Es handelt sich hierbei um eine private Fertigung für Lüth, um 1943. Das Abzeichen ist die klassische Fertigung der Firma Schwerin Berlin 1. Modell. Buntmetall feuervergoldet, rückseitig mit Herstellerbezeichnung "Schwerin Berlin 68". Das Hakenkreuz in der kleinen Ausführung mit 9 Simili-Steinen ist als Platte separat aufgelegt, die Randeinfassungen sind fein geperlt und poliert. Rückseitig an bauchiger Nadel mit rundem Nadelhaken. Das Abzeichen ist nur minimal getragen, die originale Feuervergoldung auf der Vorderseite noch zu über 90 % erhalten.
Breite 48,24 mm, Höhe 38,77 mm, Gewicht 25,49 g. Ein sehr schönes Stück, von großer Ausstrahlung. Sehr selten, eines der ganz wenigen Originale.
Dazu die original Bestätigung der Witwe Frau Ilse Lüth (seit 1939 mit Wolfgang Lüth verheiratet) aus dem Jahr 1977 an den damaligen Käufer, den bekannten Sammler und Händler Lothar Hartung (+), daß es sich um das Stück ihres Mannes handelt, wörtlich: ".. Im Jahre 1943 erhielt mein Mann von Großadmiral Dönitz ein U-Boot-Kriegsabzeichen mit Brillanten überreicht. Um dieses Abzeichen vor Verlust oder Beschädigung im Dienst zu schützen, ließ er sich das oben besagte Zweitstück von einem Juwelier in Lübeck als Duplikat anfertigen. Dieses Abzeichen trug mein Mann fortan und auch am Tage seines am 14. Mai 1945...." .
Kapitän zur See Wolfgang Lüth Wolfgang Lüth (* 15. Oktober 1913 in Riga; † 14. Mai 1945 in Flensburg) war einer der höchst dekorierten deutschen Marineoffizier, zuletzt Kapitän zur See. Lüth und Albrecht Brandi waren die einzigen U-Boot-Kommandanten, die mit dem Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurden.
Am 1. April 1933 trat er als Offiziersanwärter (Crew 1933) in die Reichsmarine ein. Am 23. September 1933 wurde er zum Seekadetten, am 1. Juli 1934 zum Fähnrich zur See, am 1. April 1936 zum Oberfähnrich zur See, am 1. Oktober 1936 zum Leutnant zur See und am 1. Juni 1938 zum Oberleutnant zur See befördert. Lüth absolvierte zunächst mehrere Lehrgänge und Ausbildungen auf Schiffen und begann am 1. Februar 1937 seine Ausbildung mit Unterseebooten. In dieser Zeit wurde er am 31. März 1937 mit der Dienstauszeichnung IV. Klasse sowie gemeinsam mit den anderen Besatzungsmitgliedern des U 27 dem Spanienkreuz in Bronze am 6. Juli 1939 ausgezeichnet.
Während der ersten Kriegsmonate des Jahres 1939 war Lüth Wachoffizier unter Kapitänleutnant Heinrich Liebe auf U 38. Das Boot hatte bereits am 19. August 1939 Wilhelmshaven verlassen, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Er fuhr auf verschiedenen Booten als Erster Wachoffizier und mit U 13 als stellvertretender Kommandant, bis er am 28. Dezember 1939 Kommandant von U 9 (Typ II B) wurde. Auf sechs Feindfahrten versenkte er acht Schiffe mit 17.221 BRT, bei seiner vorletzten Fahrt das französische U-Boot Doris. In dieser Zeit wurde er mehrmals ausgezeichnet, darunter mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse am 25. Januar und am 15. Mai 1940. Am 27. Juni 1940 übernahm Lüth das Typ-II D-Boot U 138, mit dem er bis zum 19. Oktober 1940 im Nordatlantik operierte. Auf zwei Feindfahrten mit zusammen 27 Seetagen versenkte er fünf Schiffe mit 39.971 BRT. Er wurde am 23. September 1940 im Wehrmachtbericht genannt und mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 24. Oktober 1940 ausgezeichnet. Am 21. Oktober 1940 erhielt Lüth das IX-(A)-Boot U 43. Von November 1940 bis Februar 1942 versenkte er im Nordatlantik, auf sechs Feindfahrten in 192 Seetagen, neun Schiffe mit 54.795 BRT. Am 1. Januar 1941 wurde Lüth Kapitänleutnant. Am 4. Februar 1941 sank das unter seinem Kommando stehende U 43 an der Pier des deutschen U-Boot-Stützpunkts in Lorient durch eine Nachlässigkeit: ein Ventil im Torpedoraum bzw. das Torpedoluk war nicht vorschriftsmäßig geschlossen worden. Das U-Boot konnte zwar umgehend wieder gehoben werden, war aber erst ein Vierteljahr später wieder einsatzbereit. Für die weitere militärische Karriere Lüths hatte der Vorfall offenbar keine Konsequenzen. Neben der Verleihung des Italienischen Kriegskreuzes mit Schwertern am 1. November 1941 wurde er am 14. Januar 1942 im Wehrmachtbericht genannt. Im Mai 1942 stellte Lüth mit U 181 eines der Monsun-Boote vom Typ IX D 2 in Dienst. Mit diesem Boot unternahm er zwei Feindfahrten mit insgesamt 333 Seetagen. Bei seiner ersten Fahrt vom 12. September 1942 bis zum 18. Januar 1943 versenkte Lüth im Südatlantik zwölf Schiffe mit insgesamt 58.380 BRT. Hierfür erhielt er am 13. November 1942 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Seine zweite Feindfahrt mit diesem Boot sollte mit 205 Seetagen die zweitlängste des Krieges werden. Am 23. März 1943 verließ U 181 den Stützpunkt Bordeaux. In den folgenden Monaten versenkte es im Indischen Ozean zehn Schiffe mit 45.528 BRT. Er wurde am 1. April 1943 zum Korvettenkapitän befördert und zwei Wochen später am 15. April 1943 mit den Schwertern zum Eichenlaub des Ritterkreuzes ausgezeichnet (29. Träger). Nach der letzten Versenkung am 11. August 1943 wurden Lüth als erstem Marineoffizier die Brillanten zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern (7. Träger) verliehen. Am 14. Oktober 1943 lief U 181 wieder in Bordeaux ein. Es hatte unter Lüths Führung insgesamt 22 Schiffe mit 103.908 BRT versenkt. Am 15. Januar 1944 wurde Lüth aus dem Frontdienst herausgelöst und als Chef der 22. U-Boot-Flottille in Gotenhafen eingesetzt. Im Juli wurde er Leiter der I. Abteilung an der Marinekriegsschule in Flensburg-Mürwik. Am 1. August 1944 folgte die Beförderung zum Fregattenkapitän. Am 1. September 1944 wurde der erst 31-jährige Lüth zum Kapitän zur See befördert und zum Kommandeur der Marinekriegsschule ernannt.
Kurz vor Kriegsende wurden im Sonderbereich Mürwik SS-Angehörige der Inspektion der Konzentrationslager, die auf der sog. Rattenlinie Nord in den Raum Flensburg gelangt waren, mit Marineuniformen und falschen Soldbüchern ausgestattet. Für diese Aktion erhielt der dafür verantwortliche Lüth die ausdrückliche Rückendeckung von Dönitz. Am 5. Mai 1945 wurde Flensburg von britischen Streitkräften besetzt. Lüth, Kampfkommandant der Stadt, hatte noch unmittelbar vor dem Eintreffen der Alliierten verfügt: „Alle Soldaten und die Zivilbevölkerung sind sofort darauf hinzuweisen, daß es mit der aufrechten Haltung eines deutschen Menschen und dem Stolz eines Nationalsozialisten nicht zu vereinbaren ist, wenn der vordringende Feind durch Tücherwinken oder ähnliche Handlungen begrüßt wird.“ Als die Briten den deutschen Einheiten den Hitlergruß verboten hatten, widersetzte sich Lüth am 8. Mai 1945 durch einen Befehl an die Truppe: „Der Deutsche Gruß ist und bleibt der Gruß der Wehrmacht.“ Das 400 Mann starke, von Korvettenkapitän Peter E. Cremer (U 333 und U 2519) befehligte Wachbataillon wurde von den Briten aus Selbstschutzgründen nicht entwaffnet. Lüth hatte befohlen, dass die Männer des Wachbataillons auf jeden, der auf Anruf die Parole nicht nannte, sofort zu schießen hätten. Am 14. Mai 1945 kurz nach Mitternacht wurde Lüth, als er nicht auf den Anruf einer Streife reagierte, von dem wachhabenden Matrosen Matthias Gottlob versehentlich erschossen. Lüth wurde in der Aula der Marineschule Mürwik aufgebahrt und zwei Tage später, am 16. Mai 1945, auf dem Friedhof Adelby bei Flensburg beigesetzt.
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